Daily Archives: 25. March 2019

Kommunale Gesundheitsstrategie - Erneuter Antrag zur Einrichtung einer neurochirurgischen Spezialklinik im St.-Agens-Hospital Bocholt (Klinikum Westmünsterland)

Sehr geehrter Herr Bürgermeister Nebelo,

die Stadtpartei stellt hiermit den Antrag, dass die
Stadtverordnetenversammlung die Verwaltung beauftragt, beim
Landesgesundheitsministerium den Vorschlag zu unterbreiten, dass, wenn für
diese Region eine neurochirurgische Spezialklinik für Schlaganfallpatienten
errichtet wird, diese dann in Bocholt errichtet wird.

Aufgrund eines Gerichtsbeschlusses ist nach wie vor bekannt, dass die Stroke
Units, welche nicht innerhalb von 30 Minuten eine neurochirurgische
Spezialklinik für Schlaganfallpatienten erreichen können, aus finanziellen
Gründen gefährdet sind. Denn auch das Landesgesundheitsministerium gibt
immer wieder die Wasserstandsmeldung, dass vorerst alles beibehalten werden
kann wie bisher, jedoch wird gleichzeitig darauf verwiesen, dass es eine
feste Bestandsgarantie für diese Stationen nicht geben wird bei den derzeit
schwammigen Voraussetzungen. Die neurochirurgischen Spezialkliniken werden
für drei Prozent bundesweit und im Kreis Borken sogar für vier bis fünf
Prozent der Patienten mit diesem Krankheitsbild benötigt.

Um die Bürger der Zukunftsstadt 2020 Bocholt und die im Kreis Borken
ansässigen Bürger, sowie die Menschen im nordöstlichen Niederrhein vor einer
fatalen Unterversorgung zu schützen in diesem wichtigen und um Leben und Tod
gehenden, medizinischem Versorgungsfeld, beantragt die Stadtpartei (FREIE
WÄHLER) , dass die Stadt Bocholt Verhandlungen aufnimmt mit dem
NRW-Landesgesundheitsministerium und dem Klinikum Westmünsterland, damit das
Bocholter St.-Agens-Hospital um eine neurochirurgische Spezialklinik
erweitert wird. Damit Schlaganfallpatienten, welche als Erstanlieferung nach
Borken eingeliefert werden, auch im schlimmeren Gesundheitszustand
weiterbehandelt werden können, ohne eine vertragliche Hürde beim Transport
zu verpassen, die dann zur Schließung der Stroke Unit aus finanziellen
Gründen führt. Die Fachkräfte sind ferner alle gebündelt zu erreichen und
auch die im Borkener St.-Marien-Hospital versorgte Stroke Unit hat den
zeitlich geurteilten Anschluss an eine neurochirurgische Spezialklinik
gesichert.

Es entsteht somit keine Konkurrenzsituation zur Versorgung in der Borkener
Stroke Unit, sondern die Erreichbarkeit der nächsten neurochirurgischen
Spezialklinik wäre für Borken mehr als optimiert. Dies gilt auch für die
Bürger aus dem Kreis Kleve und evtl. auch dem Kreis Wesel. Somit wäre der
westmünsterländischen Bevölkerung und der des nordöstlichen Niederrheins ein
riesiger gesundheitspolitischer Erhalt verschafft.

Eine Einbeziehung in das Projekt BOHRIS ist bei der Einrichtung sicherlich
ein großer und wichtiger Vorteil, der wahrgenommen werden sollte.

Nun heißt es als größte Stadt der Region auch Verantwortung zu übernehmen
und sich in Erfolg versprechende Verhandlungen zu begeben. Denn die Regionen
bzw. Städte müssen an das Bundesland herantreten, um auf den
Landeskrankenhausplan positiv einzuwirken. Von Bundesgesundheitsminister
Spahn wissen wir, dass NRW-Gesundheitsminister Laumann sich der Sache gern
annimmt und diesem Begehren offen gegenübersteht, wie er auch selbst schon
in Bocholt erwähnt hat. Auch darf hier nicht nur der Kostenfaktor zählen,
nur weil die Großmetropolenverdichtung zu weit entfernt ist.

Lassen wir diese einmalige Chance für die Stadt Bocholt und die umliegenden
Regionen als Aushängeschild nicht ungenutzt liegen und packen es gemeinsam
an!

Wir bitten um Zustimmung zu unserem Antrag in der nächsten Ratssitzung.

Mit freundlichen Grüßen

Dieter Hübers Markus Krafczyk

(Fraktionsvorsitzender) (Mitglied der Kreistagsfraktion
UWG/Stadtpartei Bocholt

stellv. Landesvorsitzender
FREIE WÄHLER NRW)